Wie der Name schon sagt, ist eine Pilotenbrille tatsächlich eine Brille, die von Piloten getragen wird. In der Tat benötigen Piloten für eine klare und gute Sicht spezielle Features an ihren Brillen, die in den Pilotenbrillen umgesetzt wurden. Allen unterschiedlichen Modellen gemein ist auf jeden Fall die Tatsache, dass die Pilotenbrille über sehr gute Gläser, eine hervorragende Entspiegelung und einen optimalen Sonnen- und UV-Schutz verfügen muss. Der Pilot muss gute Sicht haben. Deshalb wurden die Pilotenbrillen ursprünglich ohne Rücksicht auf ästhetische Gesichtspunkte entwickelt. Heute gilt die Pilotenbrille als Kultgegenstand und erlebt gerade eine modische Renaissance.

Die Anfänge der Pilotenbrille

Die Geburtsstunde der Pilotenbrille liegt etwa um das Jahr 1900, als erste Versuche in der Luftfahrt zu glücken begannen. Bald merkten die Piloten, dass sie in größeren Höhen über einen besonderen Sonnenschutz verfügen mussten, um ihr Flugzeug gut lenken zu können. Zudem waren die ersten Flugzeuge noch nicht mit einer geschlossenen Pilotenkapsel ausgestattet, so dass der Pilot meist direkt im Wind saß. So wurden Pilotenbrillen entwickelt, die heute an die Optik von Taucherbrillen erinnern. Um einen guten Sitz zu gewährleisten, waren sie nicht mit Brillenbügeln, sondern mit einem rund umlaufenden Gummiband versehen. Die großen Gläser schlossen mit einer Gummidichtung direkt am Gesicht ab, so dass kein störender Luftzug in die Augen gelangen konnte. Da man damals noch nicht in der Lage war, gebogene Brillengläser herzustellen, wurden die Brillen mit einem eckigen Knick im Glas produziert. Die Farbe ihrer Fassungen und haltenden Bestandteile war meist entweder Schwarz, Grau, Braun oder Jägergrün. Diese Brillen wurden im ersten und im zweiten Weltkrieg geflogen und sind noch heute bei manchen Sportfliegern sehr beliebt.

Die Pilotenbrille in den 80er Jahren

Als Kultobjekt und Statussymbol war die Pilotenbrille vor allem in den 80er Jahren weit verbreitet. Die ursprünglichen Brillengestelle wurden inzwischen weiterentwickelt und erhielten eine komplett neue Optik. Charakteristisch für diese Pilotenbrillen sind ihre extrem großen Gläser und ihre ganz dünnen Fassungen, die meist in gold- oder silberfarben gehalten waren. Die Gläser waren entweder silbern, blau oder grün verspiegelt. Zwar wurde diese Pilotenbrille nach rein funktionalen Aspekten entwickelt, doch wurde sie schnell zu Kultobjekt und bald als modisches Accessoire getragen. Sehr bekannt aus dieser Zeit ist das hochpreisige Modell “Ray Ban A” (A = Aviator, Englisch für Flieger) der Kultmarke Ray Ban. Diese Brille war besonders in amerikanischen Serienproduktionen wie Miami Vice, aber auch in vielen amerikanischen Spielfilmen zu sehen.

Die Pilotenbrille heute

Im Zuge des modischen 80er Jahre Revivals erlebt auch die Pilotenbrille eine Renaissance und liegt als modisches Accessoire einer vorwiegend jugendlichen Zielgruppe voll im Trend. Fast original aussehende Nachbildungen sind schon für wenige EUR in Boutiquen und im Internet erhältlich. Der absolute Renner jedoch sind echte Stücke aus den 80er Jahren, die man mit etwas Glück noch beim Opa in der Schublade finden kann. Auch hier ist das Modell der Ray Ban A der absolute Renner. Die stark verspiegelten Brillen werden vor allem in der grünen Version von der jugendlichen Zielgruppe auch als so genannte “Pornobrillen” betitelt, die Herkunft dieser Bezeichnung gibt jedoch berechtigt Rätsel auf.

Die Fliegerbrille im Amerikanischen Kino

Wahren Kultstatus erreichte die Fliegerbrille in amerikanischen Kriegsfilmen wie zum Beispiel in “Pearl Harbour”, oder “Top Gun”, wo sie von den Hauptdarstellern als Pilotenaccessoire getragen wurde und zur coolen Notwendigkeit wurde. Tatsächlich sahen die echten Fliegerbrillen der US Navy auch wirklich so aus wie die in den Filmen getragenen Modelle. Die überdimensionierten Glasformen hielten die Luft ab und sorgten durch großflächige Verspiegelung für eine gute Sicht, die Brillen waren also durchaus funktional. Viele amerikanische Filmstars tragen seit einigen Jahren Nachbildungen der originalen Fliegerbrillen als modische Accessoires.

Varianten der Fliegerbrille

Als letzter Schrei auf dem Modemarkt wird die Brille natürlich nicht nur in ihrer Originalversion vertrieben, sondern auch modisch verfeinert. Strass-Steine, Zierschliffe und verschiedene auffällige Lackierungen machen aus dem Klassiker einen ganz neuen Kultgegenstand. Das Sortiment ist riesengroß. Wer sich für modische Fliegerbrillen interessiert, sucht am besten unter dem Begriff “Aviator Shades”.

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